Bewerbung: Es zählt, was du kannst

Ärgerlich: Du hast das praktische Geschick, aber nicht die Noten, um deinen Wunsch-Ausbildungsplatz zu bekommen? Die DB geht bei der Bewerbung deshalb andere Wege – Noten fallen im ersten Schritt weg.

Zuerst kommt der Onlinetest

Tatsächlich sind für manche Berufe etwa Gewissenhaftigkeit oder räumliches Vorstellungsvermögen entscheidender als das Zeugnis. Deshalb macht seit 2013 jeder Schüler, der bei der DB eine Ausbildung oder ein duales Studium beginnen will, einen Onlinetest, der auf die Kompetenzen für die jeweilige Fachrichtung abgestimmt ist. So müssen zum Beispiel Eisenbahner im Betriebsdienst sehr gewissenhaft sein, Kollegen im Bordservice sollten Konfliktfähigkeit mitbringen.

Jeder darf teilnehmen

Schulnoten sind im ersten Schritt nicht mehr ausschlaggebend. Anders als andere Unternehmen, die nur ausgewählte Bewerber testen, lädt die DB alle dazu ein. Wie läuft das ab? Jeder Bewerber erhält mit der Eingangsbestätigung einen Hinweis auf den freiwilligen Test. Drei Tage später folgt die Einladung eines externen Anbieters. Jetzt hat der Bewerber zwei Wochen Zeit.

So läuft der Test ab

Zum Basistest kommen spezifische Module für technische, kaufmännische oder IT-Berufe. Der Test dauert rund 90 Minuten und kann jederzeit unterbrochen und zwischengespeichert werden. Wichtig ist die vollständige Bearbeitung innerhalb von 14 Tagen. Lässt der Bewerber die Frist verstreichen, erhält er eine Woche später eine Absage. Wer krank war oder die Frist vergessen hat, kann um einen neuen Link bitten.

Stärken und Schwächen

Es geht nicht um Intelligenzquotienten, sondern um das Ausloten von Stärken und Schwächen. „Damit können wir Schüler noch besser bei der Berufswahl beraten“, sagt Recruiterin Eva Beiersdörfer. „Vielleicht fördert der Test unentdeckte Talente zu Tage. Dann bieten wir Alternativen an, wenn es mit dem ersten Berufswunsch nicht klappt.“

Bei Erfolg Vorstellungsgespräch

Ist der Online-Test erfolgreich gemeistert, folgen eine Einladung zum Vorstellungsgespräch, für dual Studierende ein Assessmentcenter. Übrigens: Um zu vermeiden, dass am heimischen Computer geschummelt wird, gibt es nach dem Zufallsprinzip Nachtests.

07.07.2016 (akt.) / Bild: C3 Visual Lab

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Auch die Luftfracht ist ein wichtiger Bereich bei DB Schenker © DB AG

Zwei Wege zur Logistik-Karriere

DB Schenker ist das ganze Jahr über ein gefragtes Unternehmen. Kein anderer Logistiker bildet so vielfältig aus. Auszubildende Ioulia Bakaneva und Dual-Student Christoph Neumann berichten über ihre Erfahrungen.
Zwei Ausbildungswege, ein Arbeitgeber: der duale Student Christoph Neumann und die Auszubildende Ioulia Bakaneva starten ihre Karriere bei DB Schenker © DB AG

Zwei Ausbildungswege, ein Arbeitgeber (1/4)

Der duale Student Christoph Neumann und die Auszubildende Ioulia Bakaneva starten ihre Karriere bei DB Schenker.

DB Schenker ist weltweit tätig: Hier ein Lkw des Unternehmens in Hongkong © DB AG

1.500 Azubis bei DB Schenker (2/4)

1.500 Azubis hat DB Schenker aktuell in Deutschland, davon jedes Jahr 500 neue. Die Top 3: Kaufmann für Spedition und Dienstleistung, Fachkraft für Lagerlogistik / Fachlagerist, Berufskraftfahrer.

Auch die Luftfracht ist ein wichtiger Bereich bei DB Schenker © DB AG

Was machen duale Studenten? (3/4)

15 duale Studenten bildet der Logistiker aus, meist im Beruf Spedition, Transport, Logistik. Wie Azubis absolvieren sie Praxisstationen, besuchen aber nicht die Berufsschule, sondern eine Hochschule und arbeiten statt aufgaben- eher projektbezogen.

Hybridbus von DB Arriva in London © DB AG

Internationale Ausbildung auch bei DB Arriva (4/4)

Auch DB Arriva, die Nahverkehrstochter der DB im Ausland, bildet Azubis aus, so in den Bereichen Flotte oder Finanzen. Zusätzlich gibt es dort Trainee-Stellen für Uni-Absolventen.

Wie weit seid ihr mit der Ausbildung?

Ioulia Bakaneva: Ich starte jetzt in mein zweites Lehrjahr im Beruf Kauffrau für Speditions- und Logistikdienstleistungen mit dem Schwerpunkt Landverkehr in unserer Kölner Geschäftsstelle. Was mir gleich gefiel: Theorieinhalte aus der Berufsschule konnten wir sofort in der Praxis üben. Dazu gehören der Umgang mit Gefahrgut und wie man Frachtbriefe schreibt.

Christoph Neumann: Ich habe drei Jahre BWL studiert mit dem Schwerpunkt Spedition, Transport und Logistik in einem dualen Studium. Auf drei Monate Theorie an der Dualen Hochschule folgten jeweils drei Monate Praxis bei DB Schenker.

Welche Stationen habt ihr bisher besucht?

Ioulia: Export, Nahverkehr und Import. Es folgen unter anderem noch die Abteilungen Kundenservice und Vertrieb sowie Fernverkehr.

Christoph: Auch bei mir war das recht vielseitig. Im Landverkehr zum Beispiel die Bereiche Key Account Management, Projektmanagement im Nahverkehr und Systemverkehre, also Stückgutlogistik. In der Luftfracht habe ich als Import-Koordinator bei Schenker Canada mitgearbeitet und war drei Monate in Vancouver. Im September beende ich mein Studium und steige in der Organisationseinheit „System Freight“ bei der Schenker Europe GmbH in Frankfurt in den europäischen Landverkehr ein.

Welche Aufgaben waren besonders spannend?

Ioulia: Im Import habe ich selbstständig die Verträge für die Lkw bearbeitet, die aus Frankkreich kamen, meistens auf Englisch. Ich pendelte zwischen unserem Lager – ist die Lieferung da, der Barcode lesbar – und Telefon und Computer, um mich mit den Franzosen abzustimmen.

Christoph: Ich habe ein Nahverkehrsprojekt über vier Monate betreut. Dabei habe ich die Abläufe an Lkw-Terminals analysiert.

Welche Unterstützung erhaltet ihr?

Ioulia: Alle Kollegen haben ein offenes Ohr, die Stimmung ist familiär. Es gibt auch technische Hilfe: Im E-Learning-Tool „Spedlearn“ kann ich Begriffe nachsehen oder Module für Prüfungen üben. Zudem bin ich junge Mutter und konnte die Ausbildung trotzdem machen, das ist toll.

Christoph: Auch bei mir waren die Verantwortlichen und Kollegen immer für mich da. Mit vielen Azubis und Kommilitonen bin ich inzwischen befreundet.

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